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Das Elsavatal
Das bekannteste Gewässer unserer Region ist natürlich der
Main, darüber sollte man aber die kleineren Nebenflüsse und Bäche nicht übersehen. Der Bach Elsava gab einem der schönsten und abwechslungsreichsten Tälern im Spessart seinen Namen. Schon die Quelle des Baches liegt
romantisch mitten im Wald zwischen Hessenthal und Weibersbrunn am Fuße eines kleinen Berges.
Natürlich besteht unser schönes Tal nicht nur aus Natur,
sonder kann auch mit einer weit zurückreichenden Geschichte aufwarten.
Richtig erschlossen wurde das Elsavatal durch die Grafen
von Rieneck als treue Anhänger der Stauferkaiser und Vögte des Stifts Aschaffenburg. Nachdem die Macht der Staufer schwand, wurde der Einfluss der Grafen, vom Erzbischof von Mainz verdrängt.
Besonders im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Bach als
Energiequelle genutzt und trieb Mühlen- und Eisenhammerwerke an. Doch trotz allem herrschte in der damaligen Zeit eine große “Noth im Spessart” (1852). Der Bau der Elsavatalbahn (1910) von den Einheimischen
liebevoll „Bimmel“ genannt und die Gründung der Glanzstoffwerke in Elsenfeld war für die Entwicklung des Tales von immenser Bedeutung. Leider wurde der Betrieb, für Deutschlands zuletzt unrentabelste Bahnstrecke,
1986 eingestellt. Der schöne Fahrradweg der den Windungen der Elsava durch das Tal folgt, nutzt über weite Strecken die alte Bahntrasse.
Neben dem was die Natur zu bieten hat, findet man
ungewöhnlich viele kulturelle Sehenswürdigkeiten, die der interessierte Besucher auf keinen Fall „links“ liegen lassen sollte.
Wir beginnen am oberen Taleingang:
Mespelbrunn
Wallfahrtskirche Hessenthal
Die Kirche beherbergt zwei künstlerisch sehr bedeutende
Werke: die Kreuzigungsgruppe von Hans Backoffen und eine Beweinungsgruppe (um 1490), eine frühe Arbeit Tilmann Riemenschneiders. Der Chor der heutigen Wallfahrtskirche wurde 1439 erbaut und diente dem Geschlecht
der Echter von Mespelbrunn als Grablege.
Wasserschloss Mespelbrunn
»Perle des Spessarts« wird das romantische Wasserschloss
aus dem 15./16. Jh. genannt. Wunderschön im Tal der Elsava gelegen, ist es eines der bekanntesten Schlösser im Spessart. Die Westfront mit den zwei ungleichen Rundtürmen spiegelt sich bei Windstille in einem
Weiher. Im Schloss leben die Grafen von Ingelheim. Große Teile der heimat- und familiengeschichtlichen Sammlung stammen aus dem Besitz des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter. Besichtigungen sind möglich.
Heimbuchenthal
ein ehemaliges Waldhufendorf, wird bereits 1282 in einer
Urkunde zum Bau einer Kirche erwähnt. Der Name und Standort der Kirche ist leider nicht bekannt.
Auf dem früheren Bahngelände von Heimbuchenthal ist die
alte Werklok der PWA als Erinnerung an die 1968 stillgelegte Spessartbahn abgestellt
Kirche St. Martin
Die Rokoko Kirche St. Martin wurde 1757 erbaut und im Jahr
2003 komplett restauriert.
Kapelle "Herrin der Berge".
Die im Jahre 1853 von den Brüdern Konrad und Peter Spieler
erbaute Feldkapelle ist eine gern besuchte Gebetsstätte mit herrlichem Blick ins Elsavatal und über die Spessarthöhen.
Heimathenhof
Ist seit
dem 14. Jahrhundert als Hofgut bekannt, ab 1415 im Besitz der Echter, dann Ingelheimer von Mespelbrunn. Ab 1859 in Privatbesitz. Über dem Hauptgebäudeportal ein Ehewappen Echter / Frankenstein der “Clara Echterin geb. von Frankenstein 1583“.
Kapelle Mariä Heimsuchung.
Die Kapelle ließen die Bauern vom Heimathenhof im Jahre
1804 aus Dank errichten, da sie von den Plünderungen der durch das Tal ziehenden französischen Soldaten verschont blieben. Sie wurde im Jahr 2000 aufwendig renoviert.
Höllhammer
Der ehemalige Eisenhammer 'Höllhammer' wurde vor mehr als
720 Jahren erstmals urkundlich erwähnt, wurde bis 1891 betriebenen. Vor 1700 gehörte er zum Echter-
Ingelheimisches Ökonomiegut “Höllenhof“. Vor 1665 gab es
etwas oberhalb ein burgstallähnliches Schloss “Mulen“ aus dem 12. Jahrhundert. Oberhalb des Höllhammers am Waldrand ist ein alter Friedhof der Rexroth-Familie (Mannesmann Rexroth). Richtung Heimathenhof befindet
sich eine Allee mit 51 ca. 180 Jahre alten Lärchen, die vor kurzem in die Liste der Naturdenkmäler eingetragen wurden.
Neuhammer
Der Neuhammer, von 1813 bis 1869 Rexroth-Eisenhammer,
diente nach dessen Schließung vorübergehend als Bierbrauerei. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Spessarter Schnitzschule in dem imposanten Gebäude untergebracht. Heute befindet sich ein Sägewerk mit Schreinerei
darin
Eschau
Zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des mittleren
Elsavatals wurde das Dorf „Esche", als ihm im Jahr 1285 durch Rudolf von Habsburg diverse Rechte verliehen wurden. Die Grafen von Erbach wurden um 1560 die Herren über Eschau.
Wasserschloss Oberaulenbach
Das Schloss aus dem 16. Jahrhundert des Grafen Fechenbach
ist in Privatbesitz und liegt beim Ortsteil Unteraulenbach. Der spätgotische Mittelteil des Schlosses wurde vermutlich im frühen 15. Jahrhundert gebaut. Direkt in der Nähe beim Ortsteil Wildenstein liegt die
gleichnamige Burgruine aus dem 13. Jh.
Wasserburg Sommerau
Eine zweite noch gut erhaltene Wasserburg befindet sich im
Ortsteil Sommerau. Die Burg wurde Anfang Mai 1525 Ziel eines Angriffs der aufständischen Bauern.
Kloster Himmelthal
Gehörte zum Orden der Zisterzienserinnen und wurde 1232 von
Graf Ludwig II. von Rieneck und seine Gemahlin Adelheid von Henneberg gegründet.
1568 hob das Erzbistum Mainz das ausgestorbene Kloster auf
und machte es zum erzstiftischen Kameralhof. Dieser wurde 1595 den Jesuiten überlassen. 1773 wurde die Anlage der Studienanstalt Aschaffenburg zugewiesen. Später kam das Kloster in Privatbesitz
Obernburg
Die Elsava mündet in Elsenfeld in den Main. Auf der
gegenüberliegenden Seite bauten die Römer ihr Obernburger Kastell, um dieses Eingangstor in den Spessart überwachen zu können.
Wahrscheinlich in der Zeit Karls des Großen (um 800),
entstanden bereits erste Siedlungen in diesem Teil des Tales.
Zusammen mit der herrlichen Natur bildet die Geschichte
unseres Tales ein Einheit, die es versteht jeden Besucher in seinen Bann zu ziehen und den Besuch unvergesslich zu machen.
U. Teige
2004
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